Da wo der Pfeffer wächst!

Diesen Ort, wo der Pfeffer wächst, gibt es tatsächlich. Eigentlich ist er ein Land. Und dieses Land heißt Indien. Es ist voll von Gegensätzen: von Schnee bedeckte Berge im Norden, tropische Hitze Süden. Wüste und blühende Landschaften. Arme Menschen in Lehmhütten und reiche Unternehmer in Marmorpalästen.

Zu den armen Gebieten in Indien zählt Madyapradesh. Das Land ist trocken und karg. Nur wenige Pflanzen wachsen hier. Im Sommer wird es sogar bis zu 50 Grad heiß. Genau in diese Gegend führt mich meine Reise.

Regin Mary hat mich eingeladen nach Dhani zu kommen. Der kleine Ort liegt im Herzen Zentralindiens. Regin Mary ist die Leiterin eines Mädcheninternats. Als ich das Internat und die Schule erreiche kann ich es kaum glauben. Eine Oase mit grünen Bäumen und lachenden Kindern liegt vor mir. Die Mädchen in den bunten flatternden Kleidchen stürmen Sie auf mich zu und begrüßen mich. Sie ziehen mich auf den Hof zum gemeinsamen Spielen.

In der Sozialstation gibt eine Schule, ein kleines Krankenhaus und ein Internat. Hier leben 170 Mädchen. Sie sind zwischen 5 und 16 Jahre alt. Ein großer Teil von ihnen sind Waisen. Das heißt, dass Ihre Eltern nicht mehr leben. Außerdem wohnen und gehen hier viele Mädchen zur Schule, deren Eltern sie niemals auf eine Schule schicken könnten. Denn gute Bildung ist vor allem auf dem Land teuer. Viele Eltern erlauben ihren Töchtern nicht zur Schule zur gehen. Die Söhne haben in den Familien oft immer noch  einen höheren Stellenwert.

Doch in diesem Internat können auch Mädchen lesen und schreiben lernen. Die Betreuerinnen achten darauf, dass sie auch wirklich einen Schulabschluss machen. Wie wichtig den Mädchen die Schule ist merke ich am nächsten Tag als ich sie im Unterricht besuche. Die vielen bunten Kleider vom gestrigen Nachmittag wurden durch eine Schuluniform ausgetauscht. Für mich sieht das etwas ungewohnt aus. Aber die Schuluniform sorgt dafür, dass die Mädchen nicht zu unterscheiden sind. Da ist es egal ob sie arm oder reich sind. Denn alle tragen die gleiche Kleidung.

Beeindruckt sehe ich mit welchem Eifer die Mädchen lernen und das obwohl bis zu 70 Kinder in einer Klasse sitzen. „Die Schule ist mittlerweile bekannt für ihren guten Unterricht und viele reiche Familien der Umgebung schicken ihre Kinder hierher“, erzählt mir Regin-Mary. Diese Eltern zahlen Schulgeld für ihre Kinder und damit kann auch die Ausbildung für andere, für ärmere Kinder bezahlt werden.

Wichtig

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Für Regin-Mary ist aber nicht nur die Schulbildung der Mädchen wichtig. Auch die Umwelt sollen sie schätzen lernen. Das Land rund um Dhani ist arm an Bäumen, aber reich an Sonnenschein. Um die letzten Bäume zu schützen wollte das Internat eine Solarküche bauen. Doch so eine Küche kostet Geld, wenn man sie neu einrichtet. So haben viele Kinder und Jugendliche in meinem Heimatort in Deutschland gesammelt. Und heute kann ich schließlich das Geld für die Solarküche persönlich vorbeibringen.

Die Bauarbeiten für die Küche haben schon begonnen. Regin-Mary erklärt mir begeistert wie diese Solarküche funktioniert: Große Parabolspiegel bündeln die Sonnenstrahlen und senden sie auf große schwarze Töpfe in der Solarküche. Dabei entsteht eine so starke Hitze, die mit Leichtigkeit Wasser zum Kochen bringt. Auch die Mädchen lernen mit der Solarküche umzugehen. Und vielleicht werden sie selbst einmal die Sonne zum Kochen benutzen

Am Abend sitzen Regin-Mary und ich zusammen. Plötzlich ist es dunkel – ein Stromausfall. Einer von vielen. Regin Mary erzählt mir, dass das kleine Krankenhaus und das Internat können nicht immer mit Strom versorgt werden. Der Strom wird oft einfach abgeschaltet, wenn die großen Städte mehr Elektrizität benötigen. Doch die Lösung liegt auf der Hand: Die Sonne. Man kann nämlich nicht nur die Wärme der Sonne nutzen, sondern auch Strom mit ihr erzeugen. Das Katerina Kaspar Internat in Dhani braucht eine Solaranlage mit Batterie! So können sie ihren eigenen Strom erzeugen und speichern. Denn die Sonne scheint schließlich den ganzen Tag.

Ich verbringe noch einige Tage mit den Kindern im Internat. Doch dann breche ich auf - mit diesem neuen Projekt im Kopf. Mit mir nehme ich nicht nur viele Photos, Eindrücke und Gerüche, sondern vor allem das Lachen der Kinder, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.

Ein Bericht von Kerstin Saggel.

 

Info

Wenn ich mehr Informationen bekommen möchtet schreibt mir einfach eine E-Mail: Kirsten.Saggel@gmail.com

Außerdem freuen ich und die Kinder von Dhani uns über jede Anregung und Spende.